Digitale Transformation: Wohnhäuser aus dem 3-D-Drucker & virtuelles Sightseeing

Ralf Kluth (NCR GmbH) konnte selbst die digitalen Profis auf der GENOPACE-Konferenz noch zum Staunen bringen: Er präsentierte dem Publikum unzählige Neuentwicklungen für verschiedenste Lebensbereiche. Die Bandbreite reichte vom digitalen Thermomix über Wohnhäuser aus dem 3-D-Drucker bis hin zum smarten Pflaster, das Schweiß analysiert. In den Pausen testeten die Teilnehmer die virtuellen Simulatoren Kluths. Sie konnten Tischtennis spielen, Autorennen fahren und Sightseeing-Touren in der ganzen Welt unternehmen. Der Innovation Evangelist stand uns im Nachgang für ein Interview zu Verfügung.

Herr Kluth, lassen Sie uns zunächst die Bankenbranche der Zukunft analysieren. Wie wird eine Bank aussehen, welche Herausforderungen sind zu bewältigen?

Nur über die richtigen Investitionen wird man eine Bank erfolgreich in die Zukunft führen können. Kostensenkungsprogramme, die einige Marktteilnehmer zur „Gesundung“ ihrer Unternehmen durchführen, führen hingegen nur zu kurzfristigen Erfolgen und ersetzen keinesfalls eine langfristige Strategie.

Bei den Investitionen ist die Neuausrichtung aus der Perspektive der Kunden zu gestalten. Dies wiederum erfordert einen kontinuierlichen Austausch und Dialog mit dem Kunden. Dieser muss sowohl persönlich, aber insbesondere auch digital erfolgen – über alle Kanäle hinweg.

Digitale Transformation voranzutreiben bedeutet für jeden Mitarbeiter in der Zukunft, als Unternehmer zu denken und eine stetige Veränderungsbereitschaft zu zeigen.

Wenn wir den Bogen weiter schlagen: Wie verändert sich das Zusammenwirken von Mensch und Technik in Zukunft? Weitgehend unbemerkt hat die Vernetzung mehr Lebensbereiche erfasst, als vielen bewusst ist: Alltagsgegenstände reden bereits miteinander. Der Wecker verrät dem Navigationssystem, dass sein Besitzer verschlafen hat, damit der Wagen heute die schnelle Route wählt anstelle der sparsamen.

Wir beobachten eine starke Dynamik bei Microservices, d. h. digitalen Angeboten, die sich automatisch und in Echtzeit an die Bedürfnisse und die Lebenssituation von Verbrauchern anpassen. Ein einfaches Beispiel ist der Musik-Streaming-Anbieter Spotify, dessen Service über beliebige Endgeräte verfügbar ist.

Welche neuen Technologien sind für die Menschen in Zukunft wichtig?

Nachwachsende Organe, 3-D-Druck, Künstliche Intelligenz, Robotertechnologien: Das Zeitalter der dramatischen Veränderungen und Innovationen steht bevor. Die 3-D-Druck-Technologie verändert Industrie und Logistik, und das Internet revolutioniert nach unserer Medien- und Arbeitswelt nun auch die letzten Winkel des Alltags.
Nahezu alle Dinge unseres täglichen Gebrauchs werden vernetzt sein. Die nächste Generation der Funknetze von Telekom, Vodafone und Co. werden 100mal schnellere Verbindungen haben. Innovationen im Bereich der Materialforschung werden zukünftige Bauvorhaben und Architektur verändern. Bioengineering wird unser Verständnis von Medizin, Therapie und Vorsorge revolutionieren.

Im Zuge der Digitalisierung verringert sich der direkte (Face-to-Face-)Kontakt zwischen Unternehmen und ihren Kunden. Was daher heißt „Nähe“ im digitalen Zeitalter und warum ist diese nach wie vor wichtig für eine Bank?

Vernetzte, auf den Menschen zugeschnittene und in ganz neuem Maße interaktive Technologien stellen für Bankunternehmen eine Möglichkeit dar, mit ihren Kunden den persönlichen und aktiven Kontakt über alle Kanäle sicherzustellen.
Kunden haben in unterschiedlichen Lebenssituationen und -phasen das Bedürfnis nach Sicherheit und Expertenwissen. Die Bank kann ihre Leistungen proaktiv in der jeweiligen Situation dem Kunden bereitstellen: Die Vibration des Fitnessarmbands mit der Anzeige der letzten Transaktion auf dem Girokonto, oder das Navigationssystem im Auto, das einen Hinweis auf eine passende Immobilie automatisch anzeigt, weil die Bank diesen Immobilien-Service für alle Kanäle über eine offene Schnittstelle anbietet. Nähe ist dann wichtig, wenn der Kunde diese erwartet.
Nähe wird zu einem Magic Moment für den Kunden – zu einem Microservice – wenn dieser auf einmal überraschend und unerwartet zur Verfügung steht. Die Bereitstellung kann aber nur in der jeweiligen Situation erfolgen, wenn die Bank diese Services über APIs für andere Anbieter und Dienstleister als offene Schnittstelle bereitstellen kann.an. Ein Großteil von ihnen wurde kurzfristig an GENOPACE angebunden. Inzwischen sind nicht mehr alle Vermittler aktiv. Viele kleinere zogen sich rund um das Inkrafttreten der WIKR zurück. Doch die anderen sind – dank eines flüssigen und rechtskonformen Vermittlungsprozesses – aktiver als zuvor.

Wie können Banken ihre Mitarbeiter unterstützen, deren Berufsbilder sich weiter verändern werden? Haben Sie konkrete Tipps?

Geben Sie Ihren Mitarbeitern Freiräume. Unabhängigkeit motiviert. Niemand möchte sich wie ein Rädchen einer Maschine fühlen. Ermöglichen Sie den Mitarbeitern den spielerischen Umgang mit den neuen Technologien, nur so wird Kreativität und Eigeninitiative gefördert.
Gestalten Sie ein ansprechendes Arbeitsumfeld. Eine Bank ist kein Startup. Aber viele Anreize können neu gesetzt werden, die ein unternehmerisches, agiles und auch innovatives Denken fördern und auch verlangen. Banken verändern sich, und die Gestaltung der Bank der Zukunft als ein wichtiges Ziel des Instituts sollte nach außen die entsprechenden Reize für zukünftige Mitarbeiter senden.– eine Dienstleistung des GENOPACE-Partners HypService, die sich zum Zeitpunkt des Vortrages in der Testphase befand. Im zweiten Halbjahr 2017 wird ein Projekt zur Optimierung des Auszahlungsmanagements umgesetzt.