Creditweb bemühte sich bereits vor Inkrafttreten der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR), Klarheit in die Anforderungen des neuen §34i zu bekommen. Dabei musste jedoch festgestellt werden, dass auch die Industrie- und Handelskammern keine zuverlässigen Aussagen treffen konnten, da sie nach eigenen Angaben selbst noch „Kopf stehen“. So wurde Frau Roth von der IHK Stuttgart beispielsweise geraten, erst im Mai entsprechende Anträge zu stellen – bis dahin hoffe man, Klarheit zu haben. Dennoch hat creditweb in Abstimmung mit der IHK eine Checkliste der erforderlichen Unterlagen für die Beantragung der Zulassung nach §34i erstellt, damit sich die Partner so gut wie möglich auf die Veränderungen der Anforderungen vorbereiten können. Auch die Qualifikationsanforderungen für die „Alte-Hasen-Regelung“ wurden bereits genau unter die Lupe genommen. Wie genau diese Regelung ausgelegt wird, dürfte sich dann aber vermutlich von IHK zu IHK zunächst noch unterscheiden – was nicht gerade zur Rechtssicherheit beiträgt. Zumal der Nachweis von quartalsweisen Provisionsabrechnungen insbesondere bei Maklern, die häufiger den Vertrieb gewechselt haben, schwierig werden könnte. Doch auch für alle diejenigen, die nicht unter die „Alte-Hasen-Regelung“ fallen, hat creditweb vorgesorgt: „Man kann sich bei uns fortbilden lassen, um die Qualifikation zu erreichen“, erläutert Roth. „Auch eine Prüfungsvorbereitung bieten wir an. Das alles inhouse, um unsere Beratungsphilosophie mit einfließen lassen zu können.“

Welcher Berater möchte ich sein?  Alter Hase? Tippgeber…?

Mit der Meinung, dass die WIKR viele Gelegenheitsvermittler zu Tippgebern machen wird, steht creditweb nicht alleine da. „Sie werden sich ein professionelles Dach suchen, unter dem sie einreichen können“, so Roth. „Das sehen wir als große Chance. Denn dort kommen wir mit der „alten“ creditweb her – wir haben schon immer viel mit Tippgebern zusammengearbeitet.“

Dabei müsse jedoch zwischen Tippgebern mit und ohne Befähigung unterschieden werden. Je nach Qualifikation würden die Tippgeber in den creditweb-Systemen unterschiedliche Rechte freigeschaltet bekommen. Jedoch sind ihre Rechte auf rein administrative Tätigkeiten beschränkt. Inwieweit z.B. das Ausfüllen einer Selbstauskunft noch darunter fällt oder nicht, dazu gibt es noch keine einheitlichen Aussagen. Hier muss noch auf die endgültige Regelung gewartet werden. Bei Tippgebern checkt die Niederlassung vor Ort besonders genau die Qualität der Unterlagen und Daten. Zudem werden für Tippgeber erweiterte Dokumentationspflichten gelten – über die von „normalen“ Beratern hinaus.

Auch wird bei der Vermögensschadenhaftpflicht bestehender Berater genau geschaut, ob diese noch zu den neuen Anforderungen der WIKR passen. Zudem biete creditweb sowohl neuen als auch bestehenden Partnern eine Gruppenversicherung an. So könne gewährleistet werden, dass die VSH WIKR-konform sei. Wer nicht von der Gruppenversicherung partizipieren möchte, muss jährlich den Nachweis seiner Versicherung erbringen, damit sich die Produktpartner sicher sein können, dass bei jedem creditweb-Partner entsprechender Versicherungsschutz bestehe. Selbst altgediente creditweb-Berater können ihr Geschäft nicht direkt bei der Bank einreichen. Zur Sicherung des Qualitätsstandards ist immer ein Niederlassungsleiter von creditweb als Clearingstelle zwischengeschaltet. Dies gilt natürlich für neue Berater umso mehr: Sie dürfen erst nach einer Probezeit eigenständig am Kunden arbeiten und werden noch enger kontrolliert.

Änderungen im Beratungsprozess

Bei creditweb gibt es einen vordefinierten Beratungsprozess mit Pflichtpunkten. „EUROPACE2 stellt da was Tolles zur Verfügung – mit den Kundenpräferenzen und der Checkliste“, erklärt Roth. „Die Kundenpräferenzen, die sind von EP2 vorgegeben. Was vom Vertrieb sehr individuell gestaltet werden kann, das ist die Checkliste.“ creditweb hat aktuell 12 Pflichtpunkte in der Checkliste, mit Tendenz eher nach oben als nach unten. „Das ist relativ viel, wir sind da konservativ unterwegs – das schützt auch unsere Produktpartner.“ So sieht creditweb auch eine Empfangsbestätigung der Beratungsdokumentation als Pflichtunterlage vor, ohne die der Berater keine Provision erhält. „Zwar haben wir viele Produktgeber, die die Dokumentation nicht sehen wollen. Doch wir möchten das schon gerne bestätigt haben. Die Produktgeber können dann individuell entscheiden, ob sie die Bestätigung bekommen möchten oder nicht.“ creditweb wird seinen Finanzierungsberatern individuelle Coachings zum WIKR-konformen Beratungsprozess anbieten. Dies erfolgt sowohl über eigene Webinare als auch über Präsenzschulungen in den Niederlassungen, viele davon als Pflichtveranstaltungen – auch zu EUROPACE2. „EP2 wird immer weiterentwickelt. Da haben wir als Vertrieb einfach die Pflicht, unsere Finanzierungsberater nicht auf der Stecke zu lassen.“ Zudem werden voraussichtlich im dritten Quartal Mystery-Shoppings eingeführt, um die Beratungsqualität sicherzustellen. Zusätzlich gibt es ein sogenanntes KVP-Team – zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Hier sollen fortwährend Maßnahmen und Abläufe auf den Prüfstand gestellt und hinterfragt werden.

Zusammenarbeit mit Bankpartnern

Creditweb möchte den regelmäßigen Austausch verstärken. „Bei creditweb hat sich in den letzten eineinhalb Jahren sehr viel verändert“, so Roth. „Wir wollen viel stärker mit den Bankpartnern in den Dialog gehen.“ Sehr interessiert zeigt sich creditweb auch an individuellen Aktionen mit einzelnen Bankpartnern. Zudem sollen gemeinsame Ziele definiert werden, um die Marke creditweb, aber auch den Bankpartner, zu positionieren. creditweb setzt auf eine höchstmögliche Transparenz  im Beratungsprozess. Wenn Bankpartner bestimmte Dinge nicht haben wollen, „ist das auch in Ordnung. Wir halten alle relevanten Unterlagen über Jahre für Sie vor“, erklärt Roth und lädt die Bankpartner gleichzeitig dazu ein, einmal einen Blick hinter die Kulissen von creditweb zu werfen. „Sie können auch gerne mal in eine unserer Niederlassungen vor Ort gehen und sich anschauen: Wie läuft so ein Beratungsprozess? Schauen Sie, ob wir halten, was wir versprechen.“ Das alles soll die Qualität kontinuierlich steigern.

Insgesamt zieht Roth ein positives Fazit der WIKR: „Dass der Markt bereinigt wird und dass dem Kunden noch mehr Transparenz geschaffen wird und dass sich die durchsetzen, die qualitativ gut beraten und sich auch nicht zu schade sind, dem Kunden mehrere Lösungen aufzuzeigen, das ist meines Erachtens der absolut richtige Weg.“

Angela Roth

Finanzierungsberaterin bei creditweb
Telefon: 0721 – 4 99 75 68 -10
angela.roth@creditweb.de