Links das Waschhaus, rechts eines der beiden Wohnheime

Ende 2018 hatten wir uns dazu entschieden, auf Weihnachtspräsente zu verzichten und das Geld stattdessen für einen guten Zweck zu spenden. Unsere Wahl fiel auf DESWOS, einen privaten gemeinnützigen Verein, der Armut und Wohnungsnot in Entwicklungsländern mit Einzelprojekten gezielt bekämpft. Die Ausrichtung des Vereins und der Umstand, dass Hans Peter Trampe –  seit 2010 Mitglied des Vorstandes bei der Hypoport AG – bei DESWOS als beratendes Mitglied im Verwaltungsrat tätig ist, waren für uns gleich zwei gute Argumente, unsere Spende bei DESWOS zu platzieren.

Mit unserer Spende hatten wir den Bau eines Wohnheims für Schülerinnen in Mulanga in Sambia unterstützt. Mittlerweile ist ein Dreivierteljahr vergangen, und wir freuen uns, dass nach dem Bau einer Grundschule, einer Secondary School und dem Bau eines Mädchenwohnheims für 44 Schülerinnen nun ein weiteres Mädchenwohnheim fertiggestellt werden konnte. Das zweite Wohnheim wurde nötig, weil es in der Secondary School noch weitere Mädchen gab, die sehr gerne einen Schulabschluss machen wollten.

Mercy und ihre Freundinnen vor dem neuen Wohnheim

Ohne einen Schlafplatz nahe der Schule hätten die Eltern ihren Töchtern verboten, weiter zur Schule zu gehen. „Die Schülerinnen und Schüler kommen täglich zu Fuß zum Unterricht und legen dabei weite Entfernungen zurück“, erklärt Father Peter Banda aus dem Ort Mulanga. Auch wenn die DESWOS überkonfessionell tätig ist, arbeitet die Hilfsorganisation im Ort Mulanga mit der katholischen Diözese zusammen. Denn es ist ein gemeinsames Anliegen, das Father Peter so formuliert: „Wir brauchen dringend ein Wohnheim für die Mädchen, die von außerhalb kommen. Wir möchten den Mädchen ermöglichen, dort während der Unterrichtswoche zu wohnen, ohne dass sie in eine dubiose Abhängigkeit geraten.“

„Der Fußweg ist eigentlich ungefährlich, in der Region gibt es erfreulicherweise wenig Wildtiere“, ergänzt der Deutsche Father Thomas, der seit über 15 Jahren in Sambia lebt und arbeitet. „Es gibt allerdings viele „weekly borders“. Das sind Schülerinnen, die aus größeren Entfernungen kommen und deshalb von Montag bis Freitag in der Schule bleiben und nur am Wochenende in ihre Dörfer zurückkehren. Die Familien dieser Schülerinnen organisieren sich selbst und suchen im Dorf einen Platz zum Schlafen. Sie bringen Lebensmittel von zu Hause mit. Diese reichen aber nur bis Mitte der Woche. Die Unterkunft bezahlen sie mit Arbeiten als Haushaltshilfe oder auf dem Feld. …Einige Mädchen werden sogar schwanger! Auch wenn das zynisch klingt, manche wissen einfach keinen anderen Ausweg, als ihre Unterkunft auf diese Weise zu „bezahlen“ “.

Mit Hilfe der DESWOS und ihren Förderern aus Deutschland konnte in Mulanga nun auch der Bau eines zweiten Wohnheims für Mädchen fertiggestellt werden. Denn die 44 Schlafplätze im ersten Wohnheim waren nicht ausreichend für die große Nachfrage der heranwachsenden Schülerinnen. Mercy Mbewa, ein lustiges und lebensfrohes Mädchen, kommt aus Matumbo. Der Ort liegt 16 Kilometer entfernt. Sie hat früher in einer gemieteten Hütte gewohnt, denn täglich zweimal 16 Kilometer morgens zur Schule und nachmittags zurück nach Hause waren zu weit. Mercy besucht momentan gerade “grade 10”. Das ist das 10. Schuljahr nach dem Einführungsjahr, also für uns die 11. Klasse.

Mercy möchte gerne Ärztin werden

Mercy beschrieb bei einem Besuch von Father Thomas begeistert ihr neues Leben im Wohnheim: “Es bleibt jetzt viel mehr Zeit zum Lernen. Nach der Schule gehen wir einfach in unser Zimmer, ziehen die Schuluniform aus, kochen zusammen, was mehr Spaß macht und dann haben wir Zeit zu lernen. Du kannst abends unter die Dusche und musst weder zum Fluss, noch Wasser im Eimer warm machen und dann hat das Wohnheim auch noch ein WC. Einfach super!”

Mercy ist glücklich und dankbar, dass sie den Platz im Wohnheim bekommen hat. Einen solchen Platz bekommen nur die Mädchen, die von weit herkommen und den Platz unbedingt benötigen. Father Thomas fragte sie zum Schluss: Hast du noch einen Satz für die Spender in Deutschland? Darauf antwortete Mercy: “Klar, sag ihnen, wir sind dankbar für das, was ihr hier gemacht habt!”